Mittwoch, 14. März 2007

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83: mal was anderes

Alena steht um punkt 11 Uhr vor dem Einkaufszentrum und sieht Pia atemlos um die Ecke biegen. „Haben Sie gewartet? Tut mir leid, ich musste Riesel noch ein paar Instruktionen geben. Der Laden muss ja laufen.“ Sie bleibt stehen und sieht Alena stirnrunzelnd an. „Haben Sie eine Ahnung, wie viele Ohren ich gestern Abend abquatschen musste, bis man mir endlich einen von diesen unfähigen Streifenpolizisten für die Observation abgestellt hat? Das hat verdammt noch mal Nerven gekostet und war natürlich völlig ergebnislos. Kein auffälliger Wagen vor Biggis Tür. Der einzige, der das Haus beobachtet hat, war unserer Mannes. Womit wir wahrscheinlich sehr effektiv zur Psychose der Dahlem beigetragen haben. Aber gut, ich hoffe zumindest Sie konnten ruhig schlafen.“ Alena zieht eine Grimasse. „Ich kaufe Ihnen einen Kaffee,“ sagt sie, dreht sich schnell um und schlüpft durch die automatischen Glastüren.

Sie setzen sich in die Filiale einer Kaffeekette und trinken Milchkaffee aus Glastassen. Langsam füllt sich das Einkaufszentrum mit Schülern, die einzelne Stunden blau machen, und älteren Ehepaaren. Das Einkaufszentrum ist neu und gegen den Widerstand der ansässigen Ladeninhaber entstanden. Für das kleine und traditionsbewusste Altenburg ein ehrgeiziges und fast anachronistisches Projekt, für Pia eine bequeme Möglichkeit, auf die Schnelle ein Kleid für den Abend zu kaufen, ohne durch die Fußgängerzone laufen zu müssen. Alena reagiert sichtlich erleichtert, als Pia ihr erklärt, wofür sie genau ihre Hilfe benötigt. „Ein Kleid für ein Abendessen in der Universität? Kein Problem.“ Sie grinst, aber nur kurz. „Wie schwierig sind Sie beim Klamottenkaufen?“ Pia zuckt mit den Schultern. „Ich sehe was und wenn es mir gefällt, dann kaufe ich es.“ Unsicher sieht Alena sie an. „Und wofür brauchen Sie mich?“ Pia sieht sie an. „Haben Sie keine Zeit? Müssen Sie weg? Was Wichtiges zu erledigen?“ Alena beeilt sich, den Kopf zu schütteln. „Dann ist es doch kein Problem, oder? Sie können mich in meiner Kleiderwahl bestätigen. Es ist gut, eine zweite Meinung zu hören. Und außerdem können Sie mir zur Aufheiterung noch mal ein etwas detaillierteres Resümee dieses seltsamen Gesprächs von gestern liefern.“

Eine Stunde später stehen sie im dritten Laden und begutachten ein schwarzes kurzes Kleid. „Ich finde es gut,“ sagt Alena vorsichtig. Ihr anfänglicher Enthusiasmus ist nach Pias sehr direkten Reaktionen auf ihre Vorschläge sichtlich gedämpft. Pia betrachtet den matt glänzenden Seidenstoff. „Ziemlich kurz,“ sagt sie stirnrunzelnd. „Und schwarz.“ – „Schwarz steht Ihnen bestimmt,“ sagt Alena aufmunternd. Pia lässt ihren Blick von oben nach unten über die mit einem schwarzen Cordblazer über einem schwarzen Jeansrock bekleideten Alena gleiten. „Vielleicht ist es Ihnen noch nicht aufgefallen, aber es existieren noch andere Farben als Schwarz,“ bemerkt sie zweifelnd. Alena sieht an sich herunter. „Ich mag es eben,“ sagt sie trotzig. „Ich finde, in Schwarz sehe ich alt aus,“ erklärt Pia. „Haben Sie es schon einmal versucht? Da vorne wird gerade eine Umkleidekabine frei.“ Alena sucht die passende Größe heraus und drückt Pia das Kleid in die Hand. Pia sieht nicht überzeugt aus, setzt sich aber gehorsam in Bewegung.

Neben der Umkleidekabine steht ein mit rotem Samt gepolsterter Stuhl, auf den Alena sich stöhnend fallen lässt. „Sie wollen doch nicht etwa schon aufgeben,“ tönt es hinter dem Vorhang hervor. „Sagten Sie nicht, Sie sehen etwas und kaufen es, wenn es Ihnen gefällt,“ fragt Alena und lehnt ihren Kopf erschöpft an die Wand. „Manchmal dauert es eben etwas länger, bis mir ein Stück gefällt,“ erklärt Pia. „Ich weiß gar nicht, was ich dazu anziehen soll. Ich habe keinen schwarzen Blazer.“ – „Ein großes Tuch, das Sie um die Schultern legen können,“ schlägt Alena vor und betet, dass Pia das Kleid mag. „Warum haben Sie eigentlich diese Grundsatzdiskussion mit der Dahlem geführt? Haben Sie geglaubt, Sie können sie auf den rechten Weg zurück führen?“ Alena beobachtet eine Frau, die unschlüssig vor dem Spiegel steht und einen unvorteilhaften roten Pullover vor ihren Oberkörper hält. „Nein, eigentlich habe ich das nicht geglaubt. Vielleicht ging es eher darum, dass ich mir über ein paar Sachen klar werde.“

Dienstag, 13. März 2007

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82: ein Telefonat

Gerade als Pia aus dem Büro gehen will, klingelt das Telefon. Sie wartet einen Moment mit gerunzelter Stirn um herauszufinden, wie wichtig es dem Anrufer ist sie zu erreichen; als das Klingeln nicht abbricht, seufzt sie und nimmt den Hörer ab. „Gut, dass Sie noch da sind,“ tönt Alenas Stimme aus dem Hörer. „Das hängt ganz davon ab, was Sie mir erzählen möchten. Ich wollte gerade Feierabend machen.“ Alena nimmt keine Notiz von Pias Genörgel. „Sie sollten vielleicht einen Beamten abstellen, der die Straße bewacht, auf der Frau Dahlem wohnt.“

Sie gibt Pia eine Kurzfassung des Treffens mit Brigitte Dahlem und Kaspar, und Pia setzt sich wieder hin. „Ein Wagen vor dem Haus der Dahlem? Automarke, Farbe, Kennzeichen,“ verlangt sie und erntet ratloses Schweigen. „Alena, wie um Himmels Willen soll ich den Beamten instruieren? Da stehen abends eine Menge PKW. Wie kommt die Dahlem überhaupt darauf, dass dieses spezielle Auto nur wegen ihr da parkt? Vielleicht handelt es sich um einen eifersüchtigen Ehemann, der seine Frau observiert.“ Alena lässt nicht locker. „Sie weiß es eben und ich glaube ihr. Es geht mir auch weniger darum, sie vor irgendwem zu schützen. Wie Sie schon sagten, kann sich Frau Dahlem vermutlich ganz gut selbst schützen. Und wenn Sie die Konsequenzen daraus in Kauf nehmen möchten, bitte. Aber wenn Sie den Täter fassen wollen, dann ist das doch die beste Gelegenheit. Sie brauchen nur jemanden abzustellen, der das Haus beobachtet und wenn er dem betreffenden Wagen folgt, dann haben Sie den Mörder. Und vermutlich erkennt Ihr Beamter den Wagen genauso schnell wie Frau Dahlem.“ – „Mein Beamter ist kein Psycho-Terrorist, der an Paranoia leidet. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass er die gleiche Wahrnehmung hat wie Frau Dahlem,“ erwidert Pia trocken. Sie seufzt. „Halten Sie mal kurz die Klappe, ich muss nachdenken.“

Pia legt den Hörer auf den Tisch und versucht sich zu konzentrieren. Brigitte Dahlem fühlt sich beobachtet. Möglichkeit A ist Verfolgungswahn und hat eine Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent. Möglichkeit B ist ein Beobachter mit 30% Wahrscheinlichkeit. Möglichkeit B beinhaltet Alternative A, den Mörder, mit 40%iger Wahrscheinlichkeit, und Alternative B, Verfassungsschutz, Kripo oder Journalisten, mit 60%iger Wahrscheinlichkeit. Es sieht stochastisch nicht gut aus für die Aussage der Dahlem. Dann die Behauptung, dass Kennzeichen nicht sehen und die Wagenfarbe nicht eindeutig identifizieren zu können. Das schreit zum Himmel. Pia schüttelt den Kopf. Trotzdem. Sie starrt noch einen Moment nachdenklich auf die geordneten Mappen auf ihrem Schreibtisch und hebt dann den Hörer wieder auf. „Ich sehe, was ich tun kann.“ Sie spürt Alenas Erleichterung durch den Hörer und wundert sich ein wenig. Macht sie sich wirklich Sorgen um diese Frau, oder geht es ihr ums Prinzip? Pia fällt noch etwas ein. „Können Sie mich morgen um 11 Uhr am Eingang des Einkaufszentrums treffen? Ich möchte die Einzelheiten von dem Gespräch hören und außerdem können Sie mir helfen.“ Nach einer Schrecksekunde sagt Alena zu, fragt aber nicht nach. Pia legt auf und wählt die Nummer der Einsatzleitung.

Montag, 12. März 2007

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81: Puzzle

Pia sitzt im Büro und starrt auf eine Auswahl der Briefe, die sie in dem Schließfach gefunden haben. Sie hatte Riesel den undankbaren Auftrag gegeben, alle Exemplare durchzusehen um nach Spuren zu suchen. Nach zwei Tagen hatte er ihr die Briefe mit einem verlegenen Gesichtsausdruck zurück gegeben. „Nichts gefunden,“ war die einzige Erläuterung, begleitet von der sicheren Erwartung, das Papier um die Ohren gehauen zu bekommen. Aber Pia hatte genau das vermutet, sonst hätte sie die Briefe selbst gelesen.

Keine Spuren. Keine Fingerabdrücke. Der Text eine Ansammlung von Stereotypen, Schlagworten, Schimpfwörtern. Manchmal nur ein Satz, manchmal mehr, aber nie mehr als drei Sätze. Ausgedruckt auf billigem Drucker-Papier. Mit handelsüblicher Druckertinte. Auf einem Drucker einer weitverbreiteten Marke.

Unzufrieden nimmt sie einen der Briefe hoch und liest zum wiederholten Mal den Text. „wir kriegen dich du dummes pig.“ Wir. Der RAF-Plural oder tatsächlich zwei Personen? Sie lässt das Blatt wieder fallen und fragt sich, was diese Briefe für einen Sinn gehabt haben. Sollten sie lediglich den wohlverdienten Ruhestand von Schwarz in die Vorhölle verwandeln? Oder wurde eine bestimmte Reaktion von dem Polizisten erwartet, sollte er zu einer Handlung provoziert werden? Nachdenklich lehnt Pia sich in ihrem Schreibtischsessel zurück. Sollte er genau das tun, was er getan hatte? Sollte er beginnen, jemanden zu suchen? Pia denkt an Robert Koch. Er ist das einzige Mitglied des Kommandos, das verschwunden ist. Aber warum war jemand hinter Koch her? Irgendetwas fehlt ihr, ein kleines Stückchen vom Puzzle.

„Meine Mutter ist also mit Hilfe von Schwarz in die DDR geflüchtet,“ unterbricht Kaspar die Diskussion. „Warum hätte Schwarz ihr helfen sollen? Er hätte sie als Spitzel benutzen und dann trotzdem hoch nehmen können. Und als Ihr geflohen seid, musste er doch glauben, dass Marianne den Plan hat platzen lassen und Euch gewarnt hat. Wenn sie sich danach tatsächlich noch an ihn gewandt hat, dann hätte er sie verhaften können, um wenigstens einen kleinen Erfolg vorzuweisen. Selbst wenn er die Aktion ohne Wissen seiner Vorgesetzten durchgezogen hatte, hätte er doch garantiert keine Probleme bekommen, wenn er den Kontakt nachträglich gebeichtet hätte.“

Er sucht nach Fluchtwegen, denkt Alena. Irgendeinen Riss in der Geschichte, mit dem er alles umdrehen kann. Mürrisch zuckt Brigitte Dahlem mit den Achseln. „Was weiß ich. Vielleicht war es ihm peinlich, übers Ohr gehauen worden zu sein. Oder als Versager dazustehen. Tatsache ist, dass Marianne, nachdem wir untergetaucht sind, zu ihm gegangen ist.“ Alena beobachtet sie genau. Weiß sie wirklich nichts von dieser seltsamen Beziehung zwischen Marianne Wagenbach und Otto Schwarz, die das Foto so nahe legt? Warum sollte sie es verheimlichen?

Sie entschließt sich zum Angriff: „Haben Sie die Briefe geschrieben, um sich an Schwarz zu rächen?“ Der Tonfall soll Gleichgültigkeit suggerieren, wie eine Routinefrage klingen, angesichts der unbezweifelbaren Wahrheit, dass nur die Ex-Terroristin die Verfasserin der Briefe sein kann. Brigitte Dahlem runzelt die Stirn. „Warum sollte ich mich an dem Bullen rächen? Der hat nur seine Arbeit getan.“ Alena zieht die Augenbrauen hoch. „Er war der einzige, der noch übrig war. Für Rache an Marianne Wagenbach war es ja wohl zu spät.“

Kaspar ist aufgestanden und kommt auf die beiden zu. „Warum ist dieser Robert Koch mit ihr in die DDR gegangen?“ In Brigitte Dahlems Gesicht spiegelt sich Unbehagen, das Alena der bedrückenden Erinnerung an das Auseinanderbrechen des Kommandos zuschreibt. „Der Platz war für Hoffmann reserviert, aber als der abgesprungen ist, hat Koch die Gelegenheit ergriffen. Er hat sich einfach an Marianne dran gehängt. Vielleicht hat er Schwarz damit gedroht, alles ans Licht zu bringen, wenn er geschnappt wird, und wie´s aussieht wollte Schwarz das nicht. Also musste er in den sauren Apfel beißen.“ Kaspar fährt mit einer Hand durch die blonden Strähnen, die danach nach allen Seiten abstehen. „Das ergibt keinen Sinn, oder? Irgendwas fehlt. Ein Stückchen vom Puzzle fehlt noch.“

Sonntag, 11. März 2007

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was ich hier tue

Vielleicht kommt es manchem Leser so vor, als würde ich hier eine Diskussion konstruieren, die ich gar nicht führen kann. Und zeitweise ist es mir auch vorgekommen, als versuche ich Begründungsketten zu basteln, die auf Erfahrungen beruhen, die ich nicht gemacht habe und auf Überzeugungen, die ich nicht nachvollziehen kann. Dass dies Erfahrungen und Überzeugungen von Mitgliedern der einer Terrororganisation wie der RAF sind, scheint die Sache noch schwieriger zu machen, scheint Verstehen und Nachvollziehen noch unmöglicher zu machen.

Aber tatsächlich ist das doch nur ein Problem, mit dem wir jeden Tag zu kämpfen haben, das wir meistens scheinbar im Schlaf beherrschen und an dem wir manchmal ganz derbe scheitern: das Verstehen Anderer. Die Mitglieder der RAF sind nicht von einem Anderen Stern gekommen, sie sind in unserer Gesellschaft groß geworden. Gerade die RAF setzte sich aus Angehörigen der Mittelschicht zusammen, die größte Gruppe der deutschen Bevölkerung. Leute, die zur RAF gegangen sind, hatten kein spezielles Terroristen-Gen, sind nicht in kriegsähnlichen Zuständen aufgewachsen und hatten keine tendenzielle Terroristen als Eltern. Sie sind aufgewachsen wie so viele in den 60ern. Der einzige Unterschied zum Bürokaufmann, dem Lehrer oder Journalisten der 70er war, dass sie eine Karriere bei der RAF gewählt hatten. Ich möchte damit nur sagen, die Gründe eines Terror-Mitglieds nicht prinzipiell unverständlich sein können und das jedes Mitglied unserer Gesellschaft die Chance haben müsste, diese Gründe nachvollziehen zu können.

Nachvollziehen heißt nicht teilen. Aber der Nachvollzug ist wichtig, weil sonst kein Gespräch in Gang kommt. Und wenn es keine Gespräche mehr gibt, dann herrscht Krieg.

Noch etwas ist bei den letzten drei Teilen vielleicht aufgefallen: dass es mir schwer fällt, ein triftiges, intuitiv einleuchtendes und schlagendes Argument gegen das Handeln der RAF zu finden. Das Winden und Stochern Alenas ist auch mein eigenes. Intiuitiv weiß ich, dass das Vorgehen der RAF falsch ist. Aber ich möchte es auch rational begreifen. Rational bedeutet, durch ein abstraktes Prinzip, begreifen hat die Konnotation des begrifflich Darstellens. Zur Verfügung stehen z.B. Zweck-Mittel-Relation und das Verhältnis zwischen dem Abstrakten und dem Konkreten.

Zur Zweck-Mittel-Relation hat Jan Philipp Reemtsma darauf hingewiesen, dass bei der RAF Ziel und Mittel identisch waren, dass man jedes Mittel für geeignet hielt und das gewählte Ziel zu erreichen. (Ich weiß nicht mehr wo es steht und zitiere jetzt aus dem Kopf, in dem Artikel-Link ist es aber auch noch erwähnt.) Dieses Argument finde ich ziemlich überzeugend.

Und das ist wohl auch der Grund für dieses argumentative Stochern: Wenn man versucht die Gründe nachzuvollziehen, dann konzentriert man sich auf die Ziele, die eine Organisation hat. Und vielleicht sind diese Ziele teilweise gar nicht so abwegig, vielleicht steckt etwas darin, das berührt und nachdenklich macht. Das verunsichert, aber nur so lange, bis man sich klar macht, dass es nicht nur um die Ziele geht, sondern auch oder vor allem um die Mittel, die eben nicht mit den Zielen identisch sind. Die RAF hatte immer die Wahl, sie musste nicht zu den Waffen greifen. In dem Interview, dass in dem Band „Wir waren so unheimlich konsequent“ mit Wiesniewski geführt wurde, wird dieser gefragt, was er der Aktion der Roten Brigaden hält, die den Manager einer Fabrik entführt und dann mit heruntergelassenen Hosen zum Schichtwechsel wieder freigelassen hatten. Ich nehme das hier mal als ein Beispiel, wie es hätte anders laufen können. (S.W. antwortet darauf, dass sich manche Aktionen nicht einfach übertragen lassen. Sicher war zum Zeitpunkt der Schleyer-Entführung der Stresspegel schon zu hoch für solche lässigen Aktionen, aber der Stresspegel ist vor allem so hoch gewesen, weil sich die RAF von Anfang an für die Gewalt entschieden hat.)

Das Verhältnis zwischen einem dem Abstrakten und dem Konkreten kann man wiederum als eine bestimmte Perspektive auf die Zweck-Mittel-Relation verstehen, hier würde ich es jedoch beides auf das Ziel beziehen, auf allgemeine und konkrete Ziele und wie diese zusammenhängen. Es scheint mir sehr realistisch, als Initiative nur konkrete Ziele anzunehmen und konkrete Ziele würde ich definieren als Ziele, die eine begrenzte Reichweite haben. Das muss nicht bedeuten, dass konkrete Ziele immer egoistisch sind, sondern auch das Ziel, einem Anderen zu helfen, kann in diesem Sinne konkret genannt werden. Was jedoch passieren kann ist, dass man seine ganz konkreten Ziele plötzlich ausweitet, auf einen größeren Empfängerkreis oder in die Zukunft hinein. Manchmal verengt man diese Reichweite wieder. Das meinte ich mit der Dynamik der Zielvorgaben, man passt seine Ziele an. Diese Anpassung kann auch darin bestehen, dass man einem Primärziel ein Sekundärziel vorschiebt.

In diesem Fall verändert sich einiges. Zum Beispiel bedarf das Beschreiben der Ziele dann einer anderen Begrifflichkeit: Universalien, Allgemeinbegriffe, wenn es um eine Ausweitung geht. Diese Begrifflichkeit darf nicht beibehalten werden, wenn man das Ziel wieder verengt, wenn man z.B. von der Rettung der Menschheit umschwenkt zur Befreiung von Gefängnisinsassen.

Und dann kann man behaupten, dass sich nicht nur die Beschreibung ändert, sondern auch die Begründung. Auf den ersten Blick scheinen Begründungen von hintereinandergeschalteten Zielen transitiv zu sein: Ziel 1: Rettung der Menschheit. Ziel 2: Befreiung der Gefangenen. Wenn für Ziel 1 gute Gründe genannt werden, verführt die Implikation der Transitivität, dass diese Gründe auch für Ziel 2 gelten. Tatsächlich muss hier jedoch differenziert werden: wie notwendig ist Ziel 2 für die Erreichung von Ziel 1? Wenn diese Notwendigkeit im Fall Hitler-Stauffenberg bejaht werden kann, kann sie im Fall 1. Generation-2.Generation noch lange nicht bejaht werden.

Während die Transitivität von Gründen von der Notwendigkeit der Zielverbindungen abhängt, gibt es m.E. keine Transitivität in der Zweck-Mittel-Relation. Was zum Erreichen des Primärziels vielleicht als Mittel adäquat scheint, ist kein adäquates Mittel für die Erreichung des Sekundärziels. Dieser Gedanke ist dann nichts anderes als die dynamisierte Form des Reemtsma-Arguments „Ziele müssen von Mitteln unterschieden werden“. Was einschließt, dass sowohl Ziele als auch Mittel separat begründet werden müssen.

Damit schließe ich die Hintergrundüberlegungen zu den letzten veröffentlichten Teilen ab und werde mich dann wieder der Handlung widmen, die sich langsam aber sicher ihrem Ende zuneigt.

Zum Abschluss möchte ich noch auf einen guten Artikel in der taz zur aktuellen RAF-Diskussion hinweisen. Ein aufschussreicher Aufsatz zu den oben aufgeworfenen Fragen ist auch "Was heißt -die Geschichte der RAF verstehen-" von Reemtsma in dem Band "Rudi Dutschke, Andreas Baader und die RAF" (sh. Literatursammlung).

80: Grundsätze

Auch Brigitte Dahlems Gesicht überzieht nun eine leichte Röte, wie Alena mit Befriedigung feststellt. „Die Bundesregierung war unser direkter Feind. Man sollte erst vor der eigenen Haustür kehren. Und es war eine Frage der Effizienz – von hier kam das Geld, hier wurde den Amis eine Machtbasis verschafft, von der aus sie agieren konnten. Wir konnten das Übel an der Wurzel taktieren. Aber davon verstehen Sie nichts, Sie sehen nur das, was Sie sehen wollen.“

Alena stößt einen abfälligen Laut aus. „Ich verstehe das nicht? Was gibt es da zu verstehen? Gibt es eine Art Geheimlehre, in die nur die RAF eingeweiht war? So wollten Sie es doch. Das hat Ihnen die Rechtfertigung erspart. Sie hatten die Moral auf Ihrer Seite, weil Sie bestimmten, was Gut und Böse ist. Das ist so einfach. Sie haben sich nie auf Diskussionen eingelassen, Sie haben sich nie die Kritik angehört. Selbst kritisieren, dass konnten Sie dagegen verdammt gut. Die Leute, die Ihrer Meinung nach ihren Hintern nicht hochbekommen haben. Aber vielleicht wollten sie ihn gar nicht hochbekommen, weil sie vorher mal nachgedacht haben. Weil sie Ziel gegen Mittel abgeglichen und festgestellt haben, dass es nicht verhältnismäßig ist, für die vielleicht gerechtfertigte Kritik an manchen politischen Entscheidungen einfach ein paar Leute in die Luft zu jagen. Und nicht nur unverhältnismäßig, es hat auch überhaupt nichts gebracht. Sie haben die politischen Diskussionen nicht angestoßen, Sie haben sie zum Schweigen gebracht. Sie haben alle guten, kritischen und innovativen Momente der 68er im Keim erstickt. Aber so weit wollten Sie nicht denken. Sie haben das Denken einfach abgeschaltet und auf vier Leute gehört, die auch im Knast noch ein bisschen Macht und Einfluss haben wollten und kryptische Reden geschwungen haben. Wenn Sie mal ehrlich darüber nachdenken, können Sie mit ein bisschen gesunden Menschenverstand doch sicher beantworten, ob ein egozentrischer Selbstdarsteller wie Andreas Baader, der überhaupt keine soziale Verantwortung kannte und mit einem politischen Konzept völlig überfordert war, es wirklich wert war, dass Menschen sterben mussten.“

Alena hört ihr eigenes Blut in der Schläfe trommeln. Brigitte Dahlem sitzt sehr gerade. „Es geht nicht um Andreas Baader. Es geht nicht um Einzelne. Das wollen Sie nicht verstehen. Es geht um eine Vision, und ein höheres Ziel. Wir wollten Gerechtigkeit, wir wollten das die Ausbeutung stoppt, die Machtübernahme des Kapitalismus verhindern. Sie haben nur ein Argument: man darf Einzelne nicht einer Idee opfern. Aber ich sage, dass man genau das tun muss. Dass es nicht anders geht, wenn man etwas verändern möchte. Diese Tatsache ist nicht so bequem wie Ihr kleines behütetes Leben, und man muss verdammt stark sein, um das erstens zu begreifen und zweitens zu realisieren. Man muss damit klarkommen, dass man einen Menschen mit eigenen Händen tötet, das ist verdammt noch mal nicht einfach. Und dafür braucht man Kraft und Überzeugung. Wir haben an etwas geglaubt.“

Brigitte Dahlems Stimme ist seltsam ruhig und Alenas Wut verfliegt. Langsam geht sie auf die Frau zu und setzt sich auf den Rand des niedrigen Wohnzimmertisches. „Sie haben nur Ihre Schlagworte und die höre ich andauernd. Gerechtigkeit, Kapitalismus, Faschismus. Das sind Label, aber die Welt besteht aus Einzelnen, aus Individuen. Ich sage nicht, dass man keine Ziele, dass man keine Visionen haben sollte. Aber die Ziele sind nicht alles. Ein Ziel zu haben ist kein universelles Rechtfertigungsinstrument. Ziele werden durch Mittel erreicht und nicht jedes Ziel rechtfertigt jedes Mittel. Sie haben irgendwann nicht mehr unterschieden zwischen Mittel und Ziel, sondern einfach beides in eins gesetzt.

Und Sie haben die Dynamik der Zielsetzung nicht gesehen oder verfolgt. Die Heterogenität jedes Ziels, seine unterschiedlichen Komponenten und die Veränderungen, die die Bedeutung des Ziels erfährt. Und die Veränderung der Rechtfertigung, die jedes Mal notwendig ist. Die letzte Bedeutungsveränderung stellte die Befreiung der Gefangenen ins Zentrum des Ziels, das damit eine Einengung erfuhr, eine Subjektivierung, die niemand mehr nachvollziehen konnte, außer einer kleinen Gruppe. Und das Anfangsziel, war das bereits so etwas Abstraktes wie Gerechtigkeit? War es nicht vielmehr etwas noch Subjektiveres? Sie sagten, Hoffmann hätte Gewissensbisse gehabt. Das war sein individuelles Problem, das er im Sinne der RAF abstrahiert hat. Sie hatten vielleicht einen ähnlichen individuellen Grund, oder vielleicht auch einen ganz anderen. Aber auch den haben Sie im Sinne eines Abstraktums wie Gerechtigkeit uminterpretiert. Das ist nicht schlimm, das machen wir vielleicht alle. Aber Sie haben nicht Schritt gehalten. Sie haben die Ziele geändert, aber die Gründe und die Mittel nicht angepasst. Und das ist schlimm.“

Freitag, 9. März 2007

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79: Aufrechnen

Brigitte Dahlems Hände haben sich in die verschlissenen Sessellehnen gekrallt und Alena starrt wie hypnotisiert auf die weiß hervorgetretenen Fingerknöchel. Niemand sagt etwas. Ist die Geschichte hier zu Ende? Sicherlich nicht für Kaspar, denkt Alena und schaut vorsichtig in seine Richtung. Kaspar hat die Lippen aufeinander gepresst und ist noch bleicher geworden. Aber in seinen Augen schimmert Protest. Zum ersten Mal fragt sich Alena, wie sehr er seine Mutter tatsächlich zur Revolutionärin im positiven Sinn stilisiert hat. Der Eindruck, den er erwecken wollte, beinhaltete immer eine gewisse Distanz, ein primär wissenschaftliches Interesse. Initiiert durch einen persönlichen Ausgangspunkt, sicher; im Vordergrund stand jedoch scheinbar der deutlich hervorgehobene Versuch, die Objektivität eines Historikers zu wahren. Plötzlich entsteht vor Alenas Augen das wahre Bild, das Kaspar von Marianne Wagenbach gehabt haben könnte. Eine mutige Frau, eine engagierte Frau, eine Frau mit einer Vision, der sie ihr Privatleben geopfert hat. Vielleicht lag sie völlig falsch mit ihrer Vermutung, dass Kaspar seine Mutter durch die historische Forschung finden wollte; vielleicht hatte Kaspar vielmehr versucht, dieses immer schon existente Bild faktisch zu bestätigen. Was zwangsläufig ein mehr oder weniger positives Bild der RAF voraussetzt. Ein Schauder läuft über ihren Rücken. Pia hat recht, denkt sie. Ich kann mich nicht in andere Leute hineinversetzen. Ich verstehe nicht ihre grundlegenden Wünsche und Bedürfnisse. Mein Blick auf die Welt ist so anders, dass ich ihn nicht auf andere übertragen kann. Hilflosigkeit überschwemmt sie wie eine Welle. Ich bin völlig isoliert, fährt ihr verzweifelt durch den Kopf.

Kaspars belegte Stimme reißt sie aus dem Gedankenloch. „Wenn meine Mutter nicht die Bullen eingeschaltet hätte, wären Leute gestorben. Unschuldige. Passanten, einfache Mitarbeiter der Botschaft, Sekretärinnen. Vielleicht ging es ihr nie um sich selbst. Vielleicht hat sie den Gedanken einfach nicht ertragen.“ Er ignoriert das abfällige Schnauben der Dahlem und redet weiter: „Das war doch immer schon das Problem der RAF, die vielen zivilen Opfer, die Euch um Eure Glaubwürdigkeit gebracht haben. Die Ihr in Kauf genommen und sogar bewusst einkalkuliert habt. Der Ami-Soldat Pimental 1985 zum Beispiel. Irgendwann war das kein Krieg mehr gegen die Instanzen des Kapitalismus, irgendwann war es nur noch Mord.“

Alena wird heiß. „Kaspar,“ sagt sie vorsichtig. „Es war alles Mord. Auch die Politiker und Botschafter, jeder, der angeblich das System repräsentiert hat.“ Kaspar starrt sie an, als wüsste er nicht, wovon sie redet und Alena spürt Panik in sich aufsteigen. „Kaspar, niemand darf für eine Ideologie getötet werden. Ideologien bestehen aus Worten. Worte kann man nur mit Worten begegnen.“ – „Ideologien bestehen aus Überzeugungen und das ist ja wohl mehr als Worte,“ sagt Brigitte Dahlem. Alena dreht sich zu ihr um. „Wenn man Überzeugungen ändern will, dann muss man den ganzen Menschen ändern. Und einen Menschen ändert man nicht durch Diskussionen. Das ist versucht worden und es hat nichts gebracht. Menschen ändert man nur durch Taten.“ Langsam schüttelt Alena den Kopf. „Wer gibt Ihnen das Recht, einen Menschen gewaltsam zu ändern? Wer gibt Ihnen das Recht, die Attribute Gut und Böse zu verteilen?“ – „Es ging nicht gegen Einzelne. Es geht um das System. Und ein System als menschenverachtend zu klassifizieren, dazu braucht es nicht mehr als ein bisschen gesunden Menschenverstand. Oder sagen Sie, dass der Vietnam-Krieg richtig war? Dass der Profit aus dem Waffenhandel richtig ist? Dass es ok ist, wenn Menschen getötet werden, die eine Meinung vertreten, die dem Staat nicht gefällt?“

Alena wird rot, aber nicht vor Scham, sondern weil sie so wütend ist. „Warum sind Sie dann nicht in die Länder gegangen, wo ein menschenverachtendes System die Leute unterdrückt? Warum haben Sie in der Bundesrepublik wild um sich geschossen?“ Sie holt tief Luft, um sich zu beruhigen. „Ich sage es Ihnen: weil Sie dort nicht die Aufmerksamkeit bekommen hätten, die Ihnen die Zeitungen und das Fernsehen in der BRD geschenkt hat. Weil Sie dort nur ein kleines Rädchen gewesen wären und zu schnell tot, als dass man auch nur Notiz von Ihnen genommen hätte.“

Mittwoch, 7. März 2007

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78: Hass

Ein zynischer Ton hat sich in die Stimme der Dahlem geschlichen und Alena wagt kaum zu atmen. „Jedenfalls war er genau das, was Marianne in dieser Situation brauchte. Jemand mit einer Mission, jemand der ihr einen Weg vorzeichnete. Sie hat ihn vergöttert und sie wäre mit ihm überall hingegangen. Und ganz nebenbei war die RAF auch ziemlich schick damals. Wahrscheinlich hat Marianne sich plötzlich als große Freiheitskämpferin gesehen, als die deutsche Leila Khaled.“ Jetzt öffnet Brigitte Dahlem die Augen ganz. Sie dreht ihren Kopf zu Kaspar, und nun sieht auch Alena vorsichtig in seine Richtung. Kaspar hat die Lippen ein wenig geöffnet und ist sehr blass, sieht aber konzentriert und gefasst aus. Alena weiß wie wichtig jedes einzelne Wort für ihn ist. „Marianne war wie viele damals. Eine Menge Leute wollten aus revolutionär-romantischen Gründen in die RAF, und die meisten davon haben es nie in den engeren Kern geschafft. Es gab schon so etwas wie eine Qualitätsauswahl. Die damaligen Mitglieder waren nicht blöd; dass solche Leute ein Sicherheitsrisiko darstellten, war klar. Aber zu dem Zeitpunkt wo Marianne zusammen mit Hoffmann Kontakt aufgenommen hatte, existierte die RAF fast nicht mehr. Und Hoffmann machte eine guten Eindruck.“ Brigitte Dahlem legt eine kleine Pause ein. „Später hat jeder die Entscheidung bereut, aber niemand hat jemals Hoffmann einen Vorwurf gemacht.“

Jetzt sieht Kaspar von einer zur anderen. „Was hat Marianne Wagenbach getan? Wofür hat man Hoffmann keinen Vorwurf gemacht?“ Die Worte kommen aus ihm herausgeschossen und Alena weiß, dass die Wahrheit fällig ist. Sie richtet ihren Blick auf Brigitte Dahlem, die sie nachdenklich beobachtet. „Sie wissen es schon, nicht wahr, Frau Brandenburg? Die Polizistin hat es Ihnen gesagt.“ Hilflosigkeit lähmt Alena für einen Augenblick, dann gewinnt ihr Denken die Oberhand.

„Ich weiß gar nichts,“ sagt sie bestimmt. „Ich mache mir nur meine Gedanken. Warum Sie nie über Frau Wagenbach reden wollten, warum Sie mir gesagt haben, dass es besser für Kaspar ist, wenn er nicht alles erfährt.“ Alenas Stimme bleibt fest. Sie lügt nicht. Sie hat nur ein Foto gesehen, nicht mehr. „Diese Haltung lässt für mich Schlussfolgerungen zu. Aber was für mich sicher ist: Kaspar sollte endlich die Wahrheit über seine Mutter erfahren. Und vielleicht fällt es Ihnen schwerer es auszusprechen, als ihm es zu akzeptieren.“ Alena fühlt sich von zwei Seiten von Blicken durchbohrt, aber sie hat die Situation im Griff. Endlich fester Boden unter den Füßen. In diesem Moment wird ihr bewusst wie sehr sie es hasst, lavieren zu müssen, jeden Schritt auszutaxieren, auf jedes Wort zu achten. Und keine endgültige Perspektive einnehmen zu können, kein Standpunkt, den sie sicher vertreten kann. Alena kreuzt die Arme über ihrer Brust und findet sich außerhalb der visuellen Verbindung zwischen Brigitte Dahlem und Kaspar Wagenbach. Erleichtert nimmt sie ihre übliche Beobachterposition ein.

„Marianne Wagenbach hat das Kommando an die Bullen verraten.“ Die Worte hängen in der Luft wie ein Ball, den niemand auffangen möchte. Alena konzentriert sich auf Kaspar, als wenn die Intensität ihres Blickes ihm irgendwie helfen könnte. Kaspars Verwirrung tut ihr weh. Er öffnet den Mund und schließt ihn wieder. Brigitte Dahlem fährt ungerührt fort: „1977 war zuviel für sie. Sie war schwach, ohne eigene Überzeugung. Sie hat die Ereignisse nicht begriffen. Hat ihre Notwendigkeit nicht begriffen.“ Brigitte Dahlems Betonung des Wortes Notwendigkeit erzeugt eine Gänsehaut auf Alenas Rücken. „Sie hätte aussteigen können,“ sagt Brigitte Dahlem kalt. „Jeder konnte jederzeit aussteigen. Aber selbst dazu war sie zu schwach. Zu feige. Sie konnte uns nicht in die Augen sehen und sagen, dass sie aufhört.“ Verachtung geht wie eine Welle von der schwarz gekleideten Frau aus und Alena bildet sich ein, dass Kaspar leicht schwankt, als sie ihn erreicht. „Wir kannten ein paar Namen der Pigs, die hinter uns her waren. Marianne hat privat Kontakt zu Schwarz aufgenommen und hat ihm versprochen, dass sie uns ausliefert, wenn er ihr und Hoffmann die Flucht in die DDR organisiert.“ Brigitte Dahlem lacht höhnisch. „Als wenn Hoffman darauf eingegangen wäre. Als wenn er die Gruppe wegen einer Verräterin im Stich gelassen hätte.“ Alena versucht ruhig zu atmen. Sie macht einen Schritt auf Kaspar zu und stellt fast überrascht fest, dass Bewegung in der Zeit noch möglich ist. Kaspar hebt seinen Arm, ohne sie anzusehen. Alena bleibt stehen.

„Am Abend vor der Aktion hat sie Hoffman informiert. Hoffmann ist ausgerastet. Er hat sofort Kontakt zum Rest des Kommandos aufgenommen, wir mussten die Aktion fallen lassen und sind dann untergetaucht.“ Sie zuckt mit den Schultern. „Vermutlich konnte Marianne den Bullen davon überzeugen, dass er seine Seite der Abmachung trotzdem einhält. Wie auch immer sie das angestellt hat.“ Ein böses Lächeln erscheint auf ihrem Gesicht und verschwindet sofort wieder. Sie richtet ihren Blick auf Kaspar und Alena nimmt entsetzt den Hass wahr, der in den grünen Augen leuchtet. „Hoffmann ist nie darüber weggekommen. Er dachte, alles ist seine Schuld. Er wollte die Verantwortung dafür übernehmen, weil er dachte, sie hat es für ihn getan.“ Brigitte Dahlem zischt die Worte durch aufeinandergepresste Zähne. „Als sie uns geschnappt haben, Einen nach dem Anderen, war Hoffmann am Ende. Sie war der Grund, aus dem er sich später im Knast aufgehängt hat. Marianne Wagenbach, deine verdammte Fotzen-Mutter. Sie hat ihn auf dem Gewissen.“

Sonntag, 4. März 2007

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77: Wahrheit tut weh

Sofort bereut sie, was sie gesagt hat. Brigitte Dahlems Gesichtszüge werden steinern. Es ist still im Raum. Aus den Augenwinkeln sieht Alena, wie Kaspar eine Bewegung macht und das zwingt sie weiterzusprechen. „Ich will Sie nicht angreifen. Ich sage Ihnen nur wie es ist. Wie die Realität ist. Sie klammern sich an die Vergangenheit, aber die Welt hat sich geändert in der Zeit, in der Sie eingesperrt waren. Vielleicht wollen Sie das nicht wahrhaben, weil Sie immer dachten, Sie könnten die Strukturen durchschauen. Sie dachten, Sie würden das Wesentliche sehen, das der Normalbürger nicht sieht oder sehen will. Aber vielleicht lagen Sie damals schon falsch. Vielleicht wussten Sie selbst damals nicht, was das Wesentliche eigentlich ist. Was falsch läuft in der Welt. Aber irgendwann konnten Sie nicht mehr zurück. Und bevor Sie sich bewusst machen mussten, dass Sie nicht mehr wussten, gegen wen Sie kämpfen, haben Sie Dummys aus Stereotypen gebaut. Der Staat. Der Kapitalismus. Der Faschismus.“ Hier bricht sie ab. Mehr hat sie nicht zu sagen über den Terrorismus. Alena ist müde. Am liebsten würde sie sich setzen, aber das Sofa steht weit weg und sie wagt nicht sich zu bewegen.

„Erwarten Sie, dass ich darauf reagiere? Dass ich mit Ihnen darüber diskutiere?“ Das klingt arrogant, aber tatsächlich sieht Brigitte Dahlem genauso müde aus, wie Alena sich fühlt. „Sie sind ein verdammter Spitzel,“ fügt sie hinzu, aber es klingt, als wäre es fast nebensächlich. „Sie teilen die Welt in RAF und Spitzel,“ sagt Alena. „Aber von der RAF ist nichts mehr übrig. Sie können nur noch mit Spitzeln kommunizieren. Oder Sie müssen für immer schweigen.“ Sie sieht kurz zu Kaspar hinüber. „Glauben Sie, dass Kaspar kein Spitzel ist? Dass er RAF ist? Vergessen Sie´s. Er interessiert sich für die RAF nur, weil er seine Mutter sucht. Das haben Sie schon immer geahnt, nicht wahr? Darum haben Sie auch seine Briefe während der Haft nicht beantwortet.“ Alena hat Kaspar während ihrer Worte angesehen und Kaspar blickt stumm zurück. Sie wendet sich zurück zu der blassen dünnen Frau, die in dem abgesessenen Ohrensessel fast versinkt.

„Aber es war nicht nur Desinteresse an Kaspars Motiven, sondern Kaspar hat Sie daran erinnert, dass auch die RAF nicht mehr so glatt von den Spitzeln abgegrenzt werden konnte. Dass auch die RAF schon infiziert war.“ Alena hört Kaspars Atem schneller werden und es tut ihr weh. Die Wahrheit tut immer weh. „Und brachte Sie das auf den Gedanken, dass die RAF kein homogener Block ist, wie die Kaaba, sondern dass sie auch nur aus Menschen besteht? Aus Leuten, die ihre eigenen Interessen und ihre eigenen Gründe hatten, zur RAF zu kommen. Die sie vielleicht eine Zeitlang hinten an stellten, die sie vielleicht vergaßen oder uminterpretierten oder instrumentalisierten. Aber das waren ureigenste, individuelle, atomare Interessen. Kein universeller Wunsch die Welt zu retten, indem man den Kapitalismus zerstörte. Keine heroische, komplexe Gedankengebäude, sondern ganz profane Langeweile, die Lust zur Rebellion, Ärger mit den Eltern. Einsamkeit.“ Sie blickt Brigitte an. „Was waren die Gründe von Marianne Wagenbach?“

Kein Ticken stört das Schweigen. Alena kann keine Uhr im Zimmer entdecken. Zeit spielt keine Rolle mehr für Brigitte Dahlem, deren Augenlider sich langsam senken, bis nur noch ein schmaler Schlitz übrig bleibt. Das hat Alena schon oft bei Pia beobachtet, aber während es bei ihr bedrohlich wirkt, scheint sich Frau Dahlem hinter ihren Lidern zurückzuziehen. „Marianne Wagenbach ist zur RAF gekommen, weil Hoffmann sie mitgebracht hat. Hoffmann hatte sie in einer WG in Berlin kennen gelernt, sie hatte gerade in Kind bekommen und lebte so in den Tag hinein. Sie wusste nichts mit sich anzufangen. Sie war völlig strukturlos, ohne Idee, was sie aus sich machen sollte, ohne Ziel. Hoffmann hat erzählt, dass sie sich auch für das Kind nicht interessierte und es schon bald in einen Kinderladen steckte. Keiner wusste, von wem das Kind war, wahrscheinlich auch Marianne nicht.“ Alenas Kehle ist trocken. Sie versucht zu schlucken und es hört sich unnatürlich laut an. Sie spürt Kaspars Gegenwart ohne ihn anzusehen. „Hoffmann war ein Idealist. Er war jemand, der sich für Schwächere einsetzte und immer versuchte zu helfen. Er hat mir mal gesagt, er hätte Gewissensbisse, weil er genug zu Essen hat, eine Schule besuchen und ein Studium machen konnte.“ Frau Dahlems Augen öffnen sich ein Stück. „Das ging vielen von uns so. Es war so ungerecht. In Vietnam starben sie wie die Fliegen, in Afrika verhungerten die Kinder und wir lebten in Saus und Braus. Und unsere Regierung unterstützte die Unterdrücker und Kriegstreiber. Es ist immer nur um den Profit gegangen, alle gucken nur aufs Geld. Egal, ob dafür irgendwo Leute krepieren.“

Alena hat den Eindruck, als wenn sich Brigitte Dahlem eines fast verschütteten Motivs erinnert. „Wir hatten Gewissensbisse, wir fühlten uns schuldig,“ sagt sie und es klingt fast erstaunt. „Und plötzlich dieses Gefühl 1968, im Kairos der Weltgeschichte zu stehen, etwas verändern zu können. Als wenn sich ein Spalt auftat, in den man hineingreifen konnte. Eine Gelegenheit, die sich nie wieder ergibt. Ich glaube, wir haben alle gewartet. Wir haben erwartet, dass etwas passiert, der große Knall, der Startschuss. Wir haben demonstriert, diskutiert und gewartet. Und dann war der Spalt wieder zu und das war unsere Schuld. Wir hatten nichts unternommen. Wir hatten die Gelegenheit nicht ergriffen.“

Brigitte Dahlem atmet tief ein und wieder aus. „Dann kamen die Nachrichten vom Kaufhausbrand. Baader und Ensslin, die nicht nur einfach gewartet hatten. Die etwas unternahmen. Ein Kaufhaus anzünden, einen Konsumtempel, das Zentrum des Kapitalismus. Das machte irgendwie Sinn.“ Ihre Augen sind noch immer halb geschlossen, aber ihre Gesichtszüge sind jetzt weicher. „Bei einigen von uns hat es da Klick gemacht. Da war jemand, der die Sache in die Hand nahm, und vielleicht waren ja doch noch Veränderungen möglich.“ Sie schüttelt kaum merklich den Kopf. „Für Hoffmann war es eine Möglichkeit, sich von der Schuld freizumachen, die er ständig gespürt hat. Manche spenden Geld um ihr Gewissen zu beruhigen, andere organisieren Spendensammlungen und wieder andere gehen in die Entwicklungshilfe. Vielleicht wäre das eher das Richtige für Hoffmann gewesen. Aber die Zeiten waren anders, Brot für die Welt war weit weg und die RAF direkt um die Ecke in Westdeutschland. Vielleicht wollte er auch einfach nur auf hohem Niveau leiden. In den Untergrund gehen, alles aufgeben, das war echtes Märtyrertum.“

Samstag, 3. März 2007

sternkleinsternkleinsternklein

76: Konfrontationen

Einen Moment lang schauen Alena und Kaspar sich in die Augen, als suchen sie etwas Vertrautes. „Warum bist du hier,“ versucht es Alena noch einmal. Sie spürt den forschenden Blicke von Brigitte Dahlem und wünscht sich, sie wäre mit Kaspar allein im Zimmer. „Ich wollte mit ihr reden,“ antwortet Kaspar ausweichend. Er hat dunkle Ringe unter den Augen. „Über deine Mutter,“ fragt Alena vorsichtig. Kaspar nickt. Alena denkt daran, dass sie ihm von der Bemerkung der Ex-Terroristin erzählt hat und erkennt, dass ihn diese Bemerkung nicht losgelassen hat. Sie hätte es sich denken können. Vielleicht hat sie ihm einfach nicht zugetraut, den Weg allein zu Brigitte Dahlem zu finden. Warum eigentlich nicht, wundert sie sich nun. Kaspar sieht zur der in Schwarz gekleideten Frau hinüber. „Der Wagen, der vor Ihrer Tür stand. Das passt zu der Vermutung der Kommissarin. Vielleicht sollten Sie zu ihr gehen.“ Während Alena fragend in die Runde schaut, beginnt Frau Dahlem laut zu lachen. Es ist ein hartes, verächtliches Lachen.

„Was für ein Kind du bist,“ sagt sie zu Kaspar.

„Was für ein Auto,“ fragt Alena. Als die Dahlem nicht antwortet, sagt Kaspar: „Sie hat einen Wagen beobachtet, der seit einigen Tagen abends vor dem Haus steht und es offensichtlich observiert.“ Wieder schaut er eindringlich Brigitte Dahlem an. „Sie haben nicht nur ein Recht darauf, von der Polizei beschützt zu werden, Sie könnten mit diesem Hinweis auch dazu beitragen, dass der Täter gefunden wird. Wenn Sie es nicht gewesen sind, haben Sie doch ein Interesse daran, dass Sie von allen Verdächtigungen freigesprochen werden.“

Brigitte Dahlem nimmt einen tiefen Zug von der Zigarette und beginnt zu husten. Mit heiserer Stimme sagt sie: „Ich habe überhaupt keine Rechte. Kapier es doch endlich, ich bin der Staatsfeind. Ich habe dafür gekämpft, dass sich in diesem faschistischen Staat was ändert, und das werden sie nie vergessen. Und wenn ich krepier, dann ist es in ihrem Interesse. Vielleicht sitzt auch ein Bulle in diesem Wagen, hast du schon mal daran gedacht? Vielleicht beobachten sie mich und warten darauf, dass ich einen Fehler mache. Oder es ist der Verfassungsschutz.“ Sie hustet noch einmal, es hört sich an wie ein Reibeisen. „Wir leben in einem Überwachungsstaat,“ ergänzt sie. Dann erscheint ein Ausdruck von Stolz auf ihrem Gesicht. „Und ich will keine Hilfe von den faschistischen Kapitalisten. Ich will nichts mit diesem Bullenstaat zu tun haben. Vielleicht habe ich aufgehört zu kämpfen, aber das heißt noch lange nicht, dass ich die ganze Scheiße, die hier läuft, akzeptiere.“

Alena sieht sie nachdenklich an. „Haben Sie eine Waffe,“ fragt sie dann. Brigitte Dahlem lächelt dünn. „Ich habe längst durchschaut, was du bist. Du bist ein Spitzel. Vielleicht weißt du es selbst noch nicht, aber ich erkenne einen Spitzel, wenn ich ihn sehe.“ Sie wendet sich zu Kaspar und schaut ihn durchdringend an. „Ich hoffe du weißt, auf welcher Seite sie steht.“

Kaspar atmet tief ein. „Alena ist kein Spitzel. Du kennst sie nicht und du kannst sie nicht mit irgendwelchen Leuten vergleichen. Sie,“ er sucht nach den richtigen Worten. „Sie steht ein wenig neben der Realität. Wenn sie dich solche Sachen fragt, dann will sie dich nicht bespitzeln. Niemand kann nachvollziehen, was sie denkt, aber sie will sicherlich niemand etwas Böses.“

Alena starrt ihn an. Seit wann duzen sich die beiden eigentlich, ist ihre erste Reaktion. Dann durchfährt sie fast so etwas wie Erleichterung. Kaspar steht noch immer zu ihr, irgendwie. Sie kann nicht behaupten, dass seine Beschreibung von ihr ihrem Selbstbild entspricht, aber er hat ein gutes Wort für sie eingelegt und dass ist ein positives Zeichen. Er hat sich noch nicht unerreichbar von ihr entfernt.

Brigitte Dahlem runzelt die Stirn. „Das sie ein bisschen spinnt, ist mir klar. Aber das bedeutet in meinen Augen nicht, dass sie weniger gefährlich ist. Sie erzählt diesem Pig vielleicht Sachen, die mich in Schwierigkeiten bringen, und kriegt das gar nicht mit.“ Nun hat Alena definitiv genug davon, dass man von ihr in der dritten Person redet. „Ich spinne nicht und ich weiß ziemlich gut, was ich tue,“ erklärt sie würdevoll. Sie reckt sich ein wenig in die Höhe. „Und wenn ich Frau Stein-Bachmüller erzähle, dass ein Wagen vor Ihrer Tür steht, dann nur weil ich es für richtig halte, etwas zu unternehmen. Ich bin nämlich nicht der Ansicht, dass Sie der Mörder von Burg und Schwarz sind und kann mir daher gut vorstellen, dass Sie die Nächste sind, für die ein schwarzer Plastiksack zurecht gelegt wird. Vielleicht kann ich Ihre kruden Revolutionswünsche nicht teilen, aber ich habe generell etwas dagegen, dass ein Unschuldiger stirbt.“

Brigitte Dahlem lacht ihr ins Gesicht. „Der schwarze Sheriff,“ spottet sie und Alena steigt das Blut in den Kopf. Ärgerlich sagt sie: „Und dieses ganze Geschwätz von wegen Staatsfeind. Glauben Sie nicht, dass man Sie für so wichtig hält. Sie sind nur eine alte Frau, die Hartz IV bekommt, wie tausend Andere. Ihre Zeit ist vorbei, keiner interessiert sich mehr für das Revolutionsgewäsch von gestern.“

das Projekt Krimi-Blog

AUS DEN CHAOTISCHEN WINDUNGEN EINES KRIMIVERSEUCHTEN HIRNS BOHRT SICH EIN WEITERER ROMAN AN DIE DIGITALE OBERFLÄCHE EINES BLOGS. WIE SCHON IM VORGÄNGER „ZAHLEN UND ZEICHEN“ SOLL DAS SCHREIBEN EINES KRIMINALROMANS MIT DER PRAXIS DES BLOGGENS VERBUNDEN WERDEN. DAS BEDEUTET, DASS DER PLOT IN DEN GRUNDZÜGEN FESTSTEHT, DER KRIMI JEDOCH NICHT BEREITS FIX UND FERTIG IN DER SCHUBLADE LIEGT, SONDERN SICH IM SCHREIBEN ENTWICKELT. WAS GESCHRIEBEN WIRD, WIRD KURZ DARAUF GEBLOGGT, IST DAMIT FAKTISCH, UND WIRD NUR IN AUSNAHMEFÄLLEN (SEHR PEINLICHE TIPPFEHLER) GEÄNDERT. ERGÄNZT WIRD DAS GANZE DURCH METATEXT UND LINKS. EUCH UND MIR ALSO VIEL SPAß BEI „SPUREN UND STERNE“.

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