90: briefing
Als sie spürt, dass sich jemand neben sie setzt, lässt sie die Hände fallen und blickt zur Seite. Pia schaut sie aufmerksam an. „Wagenbach bleibt erst einmal hier. Er muss in Untersuchungshaft. Da er gestanden hat, die Briefe geschrieben zu haben, ist er automatisch Hauptverdächtiger für die Morde an Schwarz und Burg.“ – „Warum soll er Burg getötet haben? Er hat doch gar kein Motiv,“ sagt Alena nervös. Sie hat einen Kloß im Hals. Pia nickt vorsichtig.
„Das ist zwar richtig, aber Burg wurde mit der gleichen Waffe erschossen wie Schwarz.“ Alena verkrampft ihre Hände ineinander. „Pia, ich kann nicht glauben, dass Kaspar jemanden getötet hat. Die Briefe, gut, vielleicht ist er so verrückt. Aber Mord? Nein, auf keinen Fall.“ Ihr Stimme zittert. Ein seltsamer Ausdruck erscheint auf Pias Gesicht. Mitgefühl? Dann runzelt sie die Stirn. „Sie wären überrascht, wer alles zu einem Mord fähig ist. Von der netten alten Dame, die ihre Nachbarin nicht leiden kann, bis zum langweiligen Briefmarkensammler, dem ein Sammlerkollege eine seltene Marke entwendet hat, hatte ich schon alles bei mir sitzen. Für Mord gibt es kein Gen, niemand ist determiniert zu morden oder auch nicht zu morden. Wenn man davon ausgeht, dass es einen freien Willen gibt, muss man leider auch annehmen, dass jeder einen Mord begehen kann.“ Alena schließt kurz die Augen. „Das ist natürlich richtig. Aber trotzdem,…“. Ihr gehen die Argumente aus.
Pia nickt kurz. „Hören Sie, noch ist Kaspar nicht verurteilt. Und ich hatte schon einmal in Erwägung gezogen, dass der Verfasser der Briefe nicht unbedingt auch der Mörder sein muss. Gut, das Zusammentreffen von Briefen und Mord ist natürlich auffällig. Aber Schwarz hat die Briefe schließlich mehrere Monate lang erhalten, vielleicht ist es nichts weiter als Zufall. Und es gibt sicher noch eine ganze Reihe von Leuten, die Schwarz gerne tot gesehen hätten.“ Sie seufzt. „Wenn die Briefe als Anhaltspunkt wegfallen, wird der Kreis der Verdächtigen allerdings um einiges größer.“
Alena sieht sie hoffnungsvoll an. „Meinen Sie, Sie finden den Mörder an Schwarz und können Kaspar entlasten?“ Pia zieht eine Grimasse. „Mir wäre es lieber, wenn Sie mich nicht auch noch unter Druck setzen. Oberdorf sitzt mir schon im Nacken. Er ist übrigens überglücklich, dass wir endlich einen Verdächtigen verhaftet haben. Wenn ich jetzt mit dem Vorschlag komme, dass das Motiv völlig anders gelagert ist, verderbe ich ihm ganz sicher seinen Tag.“ – „Immer noch besser, als den Falschen einzusperren,“ sagt Alena schnell. Pia steht auf. „Noch ist Kaspar nicht aus dem Schneider. Wenn ich Beweise finde, die gegen ihn sprechen, ist er dran.“
Auch Alena erhebt sich. „Was passiert jetzt?“ Pia senkt ihre Stimme, als ein Beamter an ihnen vorbeigeht. „Kaspars Wohnung wird nach Hinweisen durchsucht, z.B. nach der Tatwaffe, die bisher noch nicht aufgetaucht ist. Ein Trupp von der Spurensicherung hat bereits mit der Arbeit begonnen, Oberdorf wollte keine Zeit verlieren. Während dieser Zeit bleibt Kaspar in Untersuchungshaft.“ Sie macht ein verlegenes Gesicht. „Heute passiert nicht mehr viel. Die ersten Verhöre sind abgeschlossen und mein Assistent schreibt das Protokoll. Leider muss ich ja heute Abend auf das Essen in der Uni. Wenn ich nicht gehe, ist das ein Scheidungsgrund und ich bin sicher, dafür möchte Kaspar Wagenbach nicht auch noch verantwortlich sein.“
„Das ist zwar richtig, aber Burg wurde mit der gleichen Waffe erschossen wie Schwarz.“ Alena verkrampft ihre Hände ineinander. „Pia, ich kann nicht glauben, dass Kaspar jemanden getötet hat. Die Briefe, gut, vielleicht ist er so verrückt. Aber Mord? Nein, auf keinen Fall.“ Ihr Stimme zittert. Ein seltsamer Ausdruck erscheint auf Pias Gesicht. Mitgefühl? Dann runzelt sie die Stirn. „Sie wären überrascht, wer alles zu einem Mord fähig ist. Von der netten alten Dame, die ihre Nachbarin nicht leiden kann, bis zum langweiligen Briefmarkensammler, dem ein Sammlerkollege eine seltene Marke entwendet hat, hatte ich schon alles bei mir sitzen. Für Mord gibt es kein Gen, niemand ist determiniert zu morden oder auch nicht zu morden. Wenn man davon ausgeht, dass es einen freien Willen gibt, muss man leider auch annehmen, dass jeder einen Mord begehen kann.“ Alena schließt kurz die Augen. „Das ist natürlich richtig. Aber trotzdem,…“. Ihr gehen die Argumente aus.
Pia nickt kurz. „Hören Sie, noch ist Kaspar nicht verurteilt. Und ich hatte schon einmal in Erwägung gezogen, dass der Verfasser der Briefe nicht unbedingt auch der Mörder sein muss. Gut, das Zusammentreffen von Briefen und Mord ist natürlich auffällig. Aber Schwarz hat die Briefe schließlich mehrere Monate lang erhalten, vielleicht ist es nichts weiter als Zufall. Und es gibt sicher noch eine ganze Reihe von Leuten, die Schwarz gerne tot gesehen hätten.“ Sie seufzt. „Wenn die Briefe als Anhaltspunkt wegfallen, wird der Kreis der Verdächtigen allerdings um einiges größer.“
Alena sieht sie hoffnungsvoll an. „Meinen Sie, Sie finden den Mörder an Schwarz und können Kaspar entlasten?“ Pia zieht eine Grimasse. „Mir wäre es lieber, wenn Sie mich nicht auch noch unter Druck setzen. Oberdorf sitzt mir schon im Nacken. Er ist übrigens überglücklich, dass wir endlich einen Verdächtigen verhaftet haben. Wenn ich jetzt mit dem Vorschlag komme, dass das Motiv völlig anders gelagert ist, verderbe ich ihm ganz sicher seinen Tag.“ – „Immer noch besser, als den Falschen einzusperren,“ sagt Alena schnell. Pia steht auf. „Noch ist Kaspar nicht aus dem Schneider. Wenn ich Beweise finde, die gegen ihn sprechen, ist er dran.“
Auch Alena erhebt sich. „Was passiert jetzt?“ Pia senkt ihre Stimme, als ein Beamter an ihnen vorbeigeht. „Kaspars Wohnung wird nach Hinweisen durchsucht, z.B. nach der Tatwaffe, die bisher noch nicht aufgetaucht ist. Ein Trupp von der Spurensicherung hat bereits mit der Arbeit begonnen, Oberdorf wollte keine Zeit verlieren. Während dieser Zeit bleibt Kaspar in Untersuchungshaft.“ Sie macht ein verlegenes Gesicht. „Heute passiert nicht mehr viel. Die ersten Verhöre sind abgeschlossen und mein Assistent schreibt das Protokoll. Leider muss ich ja heute Abend auf das Essen in der Uni. Wenn ich nicht gehe, ist das ein Scheidungsgrund und ich bin sicher, dafür möchte Kaspar Wagenbach nicht auch noch verantwortlich sein.“
Flannery Culp - 30. Mär, 14:36