82: ein Telefonat
Gerade als Pia aus dem Büro gehen will, klingelt das Telefon. Sie wartet einen Moment mit gerunzelter Stirn um herauszufinden, wie wichtig es dem Anrufer ist sie zu erreichen; als das Klingeln nicht abbricht, seufzt sie und nimmt den Hörer ab. „Gut, dass Sie noch da sind,“ tönt Alenas Stimme aus dem Hörer. „Das hängt ganz davon ab, was Sie mir erzählen möchten. Ich wollte gerade Feierabend machen.“ Alena nimmt keine Notiz von Pias Genörgel. „Sie sollten vielleicht einen Beamten abstellen, der die Straße bewacht, auf der Frau Dahlem wohnt.“
Sie gibt Pia eine Kurzfassung des Treffens mit Brigitte Dahlem und Kaspar, und Pia setzt sich wieder hin. „Ein Wagen vor dem Haus der Dahlem? Automarke, Farbe, Kennzeichen,“ verlangt sie und erntet ratloses Schweigen. „Alena, wie um Himmels Willen soll ich den Beamten instruieren? Da stehen abends eine Menge PKW. Wie kommt die Dahlem überhaupt darauf, dass dieses spezielle Auto nur wegen ihr da parkt? Vielleicht handelt es sich um einen eifersüchtigen Ehemann, der seine Frau observiert.“ Alena lässt nicht locker. „Sie weiß es eben und ich glaube ihr. Es geht mir auch weniger darum, sie vor irgendwem zu schützen. Wie Sie schon sagten, kann sich Frau Dahlem vermutlich ganz gut selbst schützen. Und wenn Sie die Konsequenzen daraus in Kauf nehmen möchten, bitte. Aber wenn Sie den Täter fassen wollen, dann ist das doch die beste Gelegenheit. Sie brauchen nur jemanden abzustellen, der das Haus beobachtet und wenn er dem betreffenden Wagen folgt, dann haben Sie den Mörder. Und vermutlich erkennt Ihr Beamter den Wagen genauso schnell wie Frau Dahlem.“ – „Mein Beamter ist kein Psycho-Terrorist, der an Paranoia leidet. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass er die gleiche Wahrnehmung hat wie Frau Dahlem,“ erwidert Pia trocken. Sie seufzt. „Halten Sie mal kurz die Klappe, ich muss nachdenken.“
Pia legt den Hörer auf den Tisch und versucht sich zu konzentrieren. Brigitte Dahlem fühlt sich beobachtet. Möglichkeit A ist Verfolgungswahn und hat eine Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent. Möglichkeit B ist ein Beobachter mit 30% Wahrscheinlichkeit. Möglichkeit B beinhaltet Alternative A, den Mörder, mit 40%iger Wahrscheinlichkeit, und Alternative B, Verfassungsschutz, Kripo oder Journalisten, mit 60%iger Wahrscheinlichkeit. Es sieht stochastisch nicht gut aus für die Aussage der Dahlem. Dann die Behauptung, dass Kennzeichen nicht sehen und die Wagenfarbe nicht eindeutig identifizieren zu können. Das schreit zum Himmel. Pia schüttelt den Kopf. Trotzdem. Sie starrt noch einen Moment nachdenklich auf die geordneten Mappen auf ihrem Schreibtisch und hebt dann den Hörer wieder auf. „Ich sehe, was ich tun kann.“ Sie spürt Alenas Erleichterung durch den Hörer und wundert sich ein wenig. Macht sie sich wirklich Sorgen um diese Frau, oder geht es ihr ums Prinzip? Pia fällt noch etwas ein. „Können Sie mich morgen um 11 Uhr am Eingang des Einkaufszentrums treffen? Ich möchte die Einzelheiten von dem Gespräch hören und außerdem können Sie mir helfen.“ Nach einer Schrecksekunde sagt Alena zu, fragt aber nicht nach. Pia legt auf und wählt die Nummer der Einsatzleitung.
Sie gibt Pia eine Kurzfassung des Treffens mit Brigitte Dahlem und Kaspar, und Pia setzt sich wieder hin. „Ein Wagen vor dem Haus der Dahlem? Automarke, Farbe, Kennzeichen,“ verlangt sie und erntet ratloses Schweigen. „Alena, wie um Himmels Willen soll ich den Beamten instruieren? Da stehen abends eine Menge PKW. Wie kommt die Dahlem überhaupt darauf, dass dieses spezielle Auto nur wegen ihr da parkt? Vielleicht handelt es sich um einen eifersüchtigen Ehemann, der seine Frau observiert.“ Alena lässt nicht locker. „Sie weiß es eben und ich glaube ihr. Es geht mir auch weniger darum, sie vor irgendwem zu schützen. Wie Sie schon sagten, kann sich Frau Dahlem vermutlich ganz gut selbst schützen. Und wenn Sie die Konsequenzen daraus in Kauf nehmen möchten, bitte. Aber wenn Sie den Täter fassen wollen, dann ist das doch die beste Gelegenheit. Sie brauchen nur jemanden abzustellen, der das Haus beobachtet und wenn er dem betreffenden Wagen folgt, dann haben Sie den Mörder. Und vermutlich erkennt Ihr Beamter den Wagen genauso schnell wie Frau Dahlem.“ – „Mein Beamter ist kein Psycho-Terrorist, der an Paranoia leidet. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass er die gleiche Wahrnehmung hat wie Frau Dahlem,“ erwidert Pia trocken. Sie seufzt. „Halten Sie mal kurz die Klappe, ich muss nachdenken.“
Pia legt den Hörer auf den Tisch und versucht sich zu konzentrieren. Brigitte Dahlem fühlt sich beobachtet. Möglichkeit A ist Verfolgungswahn und hat eine Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent. Möglichkeit B ist ein Beobachter mit 30% Wahrscheinlichkeit. Möglichkeit B beinhaltet Alternative A, den Mörder, mit 40%iger Wahrscheinlichkeit, und Alternative B, Verfassungsschutz, Kripo oder Journalisten, mit 60%iger Wahrscheinlichkeit. Es sieht stochastisch nicht gut aus für die Aussage der Dahlem. Dann die Behauptung, dass Kennzeichen nicht sehen und die Wagenfarbe nicht eindeutig identifizieren zu können. Das schreit zum Himmel. Pia schüttelt den Kopf. Trotzdem. Sie starrt noch einen Moment nachdenklich auf die geordneten Mappen auf ihrem Schreibtisch und hebt dann den Hörer wieder auf. „Ich sehe, was ich tun kann.“ Sie spürt Alenas Erleichterung durch den Hörer und wundert sich ein wenig. Macht sie sich wirklich Sorgen um diese Frau, oder geht es ihr ums Prinzip? Pia fällt noch etwas ein. „Können Sie mich morgen um 11 Uhr am Eingang des Einkaufszentrums treffen? Ich möchte die Einzelheiten von dem Gespräch hören und außerdem können Sie mir helfen.“ Nach einer Schrecksekunde sagt Alena zu, fragt aber nicht nach. Pia legt auf und wählt die Nummer der Einsatzleitung.
Flannery Culp - 13. Mär, 19:42