88: die wahrheit?
Alena begreift nicht sofort, was Pia gesagt hat. Sie dreht sich so, dass sie sehen kann, was Pia Kaspar hinhält. Ein zerknittertes Blatt Papier, einige gedruckte Zeilen, oben im Kopf der RAF-Stern mit der Maschinenpistole. Automatisch greift sie danach um die Zeilen zu lesen, aber Pia zieht das Blatt schnell weg. „Sie sind nicht wirklich daran interessiert, dass Ihre Fingerabdrücke auf dem Brief sind, oder Alena?“ Alena öffnet den Mund, aber bringt keinen Laut zustande. Langsam wendet sie sich zu Kaspar. Still, ernst und fast gleichgültig sieht er erst auf den Brief und erwidert schließlich Alenas Blick. „Alles kommt irgendwann heraus, nicht wahr,“ sagt er. „Kaspar,“ flüstert Alena.
Er zuckt mit den Schultern. „Ich war in einer Sackgasse. Meine Nachforschungen kamen nicht voran. Die Leute, auf die es ankam, wollten nicht mit mir reden. Burg und Dahlem, Schwarz. Ich dachte, ich bringe ein bisschen Bewegung ins diese verfahrene Situation.“
„Du hast die Briefe an Schwarz geschrieben?“ Alenas Stimme ist heiser. Die nächste Frage will nicht heraus, bleibt ihr im Hals stecken, als ob mit dem Ungesagten auch die Tat ungetan bliebe. Pia dagegen hat kein Problem, die Initiative zu ergreifen. „Und um so richtig Schwung in die Sache zu bringen, haben Sie schließlich Schwarz erschossen.“
Alena hält den Atem an und würde sich am liebsten die Ohren zuhalten. Kaspars Gesicht wird rot. „Moment mal,“ protestiert er. „Davon war nie die Rede. Ich habe die Briefe geschrieben, das gebe ich zu. Aber ich habe niemanden ermordet.“
Einen Moment herrscht Stille. Dann zieht Pia langsam die Augenbrauen hoch. „Ach? Und wer hat den Mord dann begangen?“ Hektische Flecken erscheinen auf Kaspars Wangen. „Ich habe keine Ahnung. Aber das können Sie mir nicht anhängen. Warum hätte ich Schwarz töten sollen? Ich wollte Informationen von ihm, darum habe ich das alles doch gemacht. Ich wollte ihn mit der Vergangenheit konfrontieren, das Thema zurück in sein Bewusstsein holen, ihn aus der Reserve locken. Was hätte das alles für einen Sinn gehabt, wenn er tot ist? Tote reden nicht mehr.“ – „Vielleicht haben Sie ja alles von ihm erfahren und vielleicht hat Ihnen nicht gefallen, was er Ihnen erzählt hat. Über seine Beziehung zu Ihrer Mutter. Die Terroristin, die mit einem Bullen liiert war. Die ihre Kollegen verraten hat, um ihre Haut zu retten.“
Vehement schüttelt Kaspar den Kopf. „Ich bin ja gar nicht mehr dazu gekommen, mit ihm zu reden. Das mit ihm und meiner Mutter habe ich erst jetzt von Brigitte Dahlem gehört. Und wahrscheinlich stimmt es noch nicht mal. Sie wollte sie sicher nur durch den Dreck ziehen.“ Pias Gesicht bleibt unbewegt. „Es gibt Indizien dafür, die ein Verhältnis zwischen den beiden sehr wahrscheinlich machen. Brigitte Dahlem hat die Wahrheit gesagt.“ Verwirrt sieht Kaspar sie an. „Was für Indizien?“ Pia fängt an zu lächeln. Es ist kein freundliches Lächeln. „Wenn Sie kooperieren, erzähle ich es Ihnen vielleicht.“
Alena spürt plötzlich, wie ihr schwindelig wird. Und übel. „Ich muss hier raus,“ stammelt sie. „Ich muss an die frische Luft.“ Pia wirft ihr einen besorgten Blick zu. „Wir sollten jetzt alle gehen,“ sagt sie dann. Zu Kaspar gewandt: „Sie kommen mit ins Präsidium. Sie sind vorläufig festgenommen.“
Er zuckt mit den Schultern. „Ich war in einer Sackgasse. Meine Nachforschungen kamen nicht voran. Die Leute, auf die es ankam, wollten nicht mit mir reden. Burg und Dahlem, Schwarz. Ich dachte, ich bringe ein bisschen Bewegung ins diese verfahrene Situation.“
„Du hast die Briefe an Schwarz geschrieben?“ Alenas Stimme ist heiser. Die nächste Frage will nicht heraus, bleibt ihr im Hals stecken, als ob mit dem Ungesagten auch die Tat ungetan bliebe. Pia dagegen hat kein Problem, die Initiative zu ergreifen. „Und um so richtig Schwung in die Sache zu bringen, haben Sie schließlich Schwarz erschossen.“
Alena hält den Atem an und würde sich am liebsten die Ohren zuhalten. Kaspars Gesicht wird rot. „Moment mal,“ protestiert er. „Davon war nie die Rede. Ich habe die Briefe geschrieben, das gebe ich zu. Aber ich habe niemanden ermordet.“
Einen Moment herrscht Stille. Dann zieht Pia langsam die Augenbrauen hoch. „Ach? Und wer hat den Mord dann begangen?“ Hektische Flecken erscheinen auf Kaspars Wangen. „Ich habe keine Ahnung. Aber das können Sie mir nicht anhängen. Warum hätte ich Schwarz töten sollen? Ich wollte Informationen von ihm, darum habe ich das alles doch gemacht. Ich wollte ihn mit der Vergangenheit konfrontieren, das Thema zurück in sein Bewusstsein holen, ihn aus der Reserve locken. Was hätte das alles für einen Sinn gehabt, wenn er tot ist? Tote reden nicht mehr.“ – „Vielleicht haben Sie ja alles von ihm erfahren und vielleicht hat Ihnen nicht gefallen, was er Ihnen erzählt hat. Über seine Beziehung zu Ihrer Mutter. Die Terroristin, die mit einem Bullen liiert war. Die ihre Kollegen verraten hat, um ihre Haut zu retten.“
Vehement schüttelt Kaspar den Kopf. „Ich bin ja gar nicht mehr dazu gekommen, mit ihm zu reden. Das mit ihm und meiner Mutter habe ich erst jetzt von Brigitte Dahlem gehört. Und wahrscheinlich stimmt es noch nicht mal. Sie wollte sie sicher nur durch den Dreck ziehen.“ Pias Gesicht bleibt unbewegt. „Es gibt Indizien dafür, die ein Verhältnis zwischen den beiden sehr wahrscheinlich machen. Brigitte Dahlem hat die Wahrheit gesagt.“ Verwirrt sieht Kaspar sie an. „Was für Indizien?“ Pia fängt an zu lächeln. Es ist kein freundliches Lächeln. „Wenn Sie kooperieren, erzähle ich es Ihnen vielleicht.“
Alena spürt plötzlich, wie ihr schwindelig wird. Und übel. „Ich muss hier raus,“ stammelt sie. „Ich muss an die frische Luft.“ Pia wirft ihr einen besorgten Blick zu. „Wir sollten jetzt alle gehen,“ sagt sie dann. Zu Kaspar gewandt: „Sie kommen mit ins Präsidium. Sie sind vorläufig festgenommen.“
Flannery Culp - 26. Mär, 19:24