75: Begegnung
Etwas unschlüssig steht Alena vor der verkratzten Glastür und überleg, ob sie auf die Klingel drücken soll. Ist es wirklich klug her zu kommen? Das letzte Gespräch mit Brigitte Dahlem hat zu viele Anforderungen gestellt, die sie nicht erfüllen konnte und endete mit der späten Einsicht, dass die Dahlem sie ins offene Messer geschickt hatte. Oder auf eine Probe stellte, die Alena definitiv nicht bestanden hat. Plötzlich knackt die Sprechanlage und Brigitte Dahlems Stimme ertönt kratzig. „Finden Sie die Klingel nicht oder warten Sie auf jemanden?“ Ewas schockiert stottert Alena: „Ich wollte gerade klingeln.“ Die Anlage knackt erneut, dann ertönt der Summer der automatischen Türöffnung. Alena atmet ein paar mal tief ein und aus, bevor sie die Treppe hochsteigt. Woher zum Teufel… . Eine grinsende Ex-Terroristin steht an den Rahmen der offenen Haustür gelehnt. „Haben Sie gesehen, wie ich gekommen bin,“ fragt Alena und wird ihrerseits mit einer Handbewegung begrüßt, die ins Innere der Wohnung deutet. Vorsichtig übertritt Alena die Schwelle, sie ist sich überbewusst, dass sie noch nie in Brigitte Dahlems Wohnung war. Als sie fragend in der Diele stehen bleibt, überholt die Frau sie und geht voran in das Zimmer am Ende des unmöblierten Flures. Der Eindruck des Flures ist verschwommen, Alena ist zu aufgeregt, um sich umzusehen. Als sie den nächsten Raum betritt, der offensichtlich ein Wohnzimmer darstellen soll, keucht sie zum zweiten Mal an diesem Tag. Kaspar sitzt auf einem Holzstuhl und sieht sie regungslos an.
Alenas Blick fliegt von Kaspar zu Frau Dahlem und zurück. „Was tust du hier,“ bringt sie heraus. Kaspars Augen werden sofort schmal. „Das könnte ich dich auch fragen,“ sagt er kühl. Unwohlsein überschwappt Alena wie plötzliche Übelkeit. Sie schaut fragend zu Frau Dahlem, die sich offensichtlich amüsiert auf einen Sessel setzt. Sie zündet sich eine Zigarette an, ohne eine anzubieten, und erweckt den Eindruck, die Situation zu genießen. „Sind Sie wieder zum Plaudern gekommen,“ fragt Brigitte Dahlem mit hochgezogenen Augenbrauen und Alena spürt den unvermittelten Drang, ihr eine Beleidigung an den Kopf zu schleudern. Sie hält sich zurück weil sie weiß, dass Brigitte Dahlem mit diesem „wieder“ nur die Kluft zwischen Alena und Kaspar verbreitern will, die sie offenbar sofort gespürt hat. „Ich bin hergekommen, um Sie zu warnen,“ sagt sie stattdessen und versucht ein wenig Arroganz in ihre Antwort zu legen. Brigitte Dahlem zieht die Augenbrauen hoch und zu ihrer Überraschung entdeckt Alena leichte Unruhe in den blassen grünen Augen.
„Wovor wollen Sie mich warnen?“ Die Stimme der Dahlem klingt rau. Ohne sich zu Kaspar umzudrehen weiß Alena, dass auch seine Anspannung steigt. „Ich habe noch einmal mit Frau Stein-Bachmüller gesprochen und es hörte sich für mich so an, als würde sie davon ausgehen, dass der Mörder von Burg und Schwarz weitere Mitwisser oder die, die er dafür hält, beseitigen möchte. Wenn er weiß, dass Sie mit Burg und Schwarz gesprochen haben, könnte er bald vor Ihrer Tür stehen. Ich weiß nicht, ob Ihnen das klar ist.“ Alena macht ein winzige Pause. „Vorausgesetzt natürlich, Sie sind nicht selbst der Täter. Dann können Sie jetzt natürlich ruhig schlafen.“ Sie hält den forschenden Blick aus dem hageren Gesicht aus. „Hat die Stein-Bachmüller Ihnen das so gesagt?“ Alena nickt. „Weiß Sie, dass Sie hier sind? Hat sie Sie hergeschickt?“ Alena zwingt ein Lächeln auf ihr Gesicht. „Nein, das hat sie nicht. Und falls es Sie interessiert, sie hat auch nicht so auf meinen Bericht über die Drohbriefe reagiert, wie Sie anscheinend gehofft haben.“ Nach einer Sekunde zuckt die Dahlem mit den Schultern. „Sie meinen, weil die Briefe nichts Neues für sie waren?“ Auf ihren schmalen Lippen erscheint ein verächtliches Lächeln. „Sie glauben nicht ernsthaft, ich erzähle Ihnen etwas, dass die Bullen noch nicht wissen?“
Alena kann nicht verhindern, dass sich ihre Arme vor der Brust kreuzen. „Ich trage es Ihnen nicht nach,“ sagt sie ernst. „Und eigentlich will ich auch gar nichts weiter mit Ihnen zu tun haben. Ich habe versucht, Kaspar zu helfen, aber wie ich sehe, braucht er meine Hilfe nicht.“ Sie wirft Kaspar einen Blick zu, und der lacht empört auf. „Du willst niemandem helfen, Alena. Und du hast Recht, ich kann mir ganz gut selber helfen.“ Er redet laut, ein wenig zu laut.
Alenas Blick fliegt von Kaspar zu Frau Dahlem und zurück. „Was tust du hier,“ bringt sie heraus. Kaspars Augen werden sofort schmal. „Das könnte ich dich auch fragen,“ sagt er kühl. Unwohlsein überschwappt Alena wie plötzliche Übelkeit. Sie schaut fragend zu Frau Dahlem, die sich offensichtlich amüsiert auf einen Sessel setzt. Sie zündet sich eine Zigarette an, ohne eine anzubieten, und erweckt den Eindruck, die Situation zu genießen. „Sind Sie wieder zum Plaudern gekommen,“ fragt Brigitte Dahlem mit hochgezogenen Augenbrauen und Alena spürt den unvermittelten Drang, ihr eine Beleidigung an den Kopf zu schleudern. Sie hält sich zurück weil sie weiß, dass Brigitte Dahlem mit diesem „wieder“ nur die Kluft zwischen Alena und Kaspar verbreitern will, die sie offenbar sofort gespürt hat. „Ich bin hergekommen, um Sie zu warnen,“ sagt sie stattdessen und versucht ein wenig Arroganz in ihre Antwort zu legen. Brigitte Dahlem zieht die Augenbrauen hoch und zu ihrer Überraschung entdeckt Alena leichte Unruhe in den blassen grünen Augen.
„Wovor wollen Sie mich warnen?“ Die Stimme der Dahlem klingt rau. Ohne sich zu Kaspar umzudrehen weiß Alena, dass auch seine Anspannung steigt. „Ich habe noch einmal mit Frau Stein-Bachmüller gesprochen und es hörte sich für mich so an, als würde sie davon ausgehen, dass der Mörder von Burg und Schwarz weitere Mitwisser oder die, die er dafür hält, beseitigen möchte. Wenn er weiß, dass Sie mit Burg und Schwarz gesprochen haben, könnte er bald vor Ihrer Tür stehen. Ich weiß nicht, ob Ihnen das klar ist.“ Alena macht ein winzige Pause. „Vorausgesetzt natürlich, Sie sind nicht selbst der Täter. Dann können Sie jetzt natürlich ruhig schlafen.“ Sie hält den forschenden Blick aus dem hageren Gesicht aus. „Hat die Stein-Bachmüller Ihnen das so gesagt?“ Alena nickt. „Weiß Sie, dass Sie hier sind? Hat sie Sie hergeschickt?“ Alena zwingt ein Lächeln auf ihr Gesicht. „Nein, das hat sie nicht. Und falls es Sie interessiert, sie hat auch nicht so auf meinen Bericht über die Drohbriefe reagiert, wie Sie anscheinend gehofft haben.“ Nach einer Sekunde zuckt die Dahlem mit den Schultern. „Sie meinen, weil die Briefe nichts Neues für sie waren?“ Auf ihren schmalen Lippen erscheint ein verächtliches Lächeln. „Sie glauben nicht ernsthaft, ich erzähle Ihnen etwas, dass die Bullen noch nicht wissen?“
Alena kann nicht verhindern, dass sich ihre Arme vor der Brust kreuzen. „Ich trage es Ihnen nicht nach,“ sagt sie ernst. „Und eigentlich will ich auch gar nichts weiter mit Ihnen zu tun haben. Ich habe versucht, Kaspar zu helfen, aber wie ich sehe, braucht er meine Hilfe nicht.“ Sie wirft Kaspar einen Blick zu, und der lacht empört auf. „Du willst niemandem helfen, Alena. Und du hast Recht, ich kann mir ganz gut selber helfen.“ Er redet laut, ein wenig zu laut.
Flannery Culp - 28. Feb, 20:20